Micron Document
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<title>Mord</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Mord</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Mord</b> steht allgemein für ein vorsätzliches <a href="T%C3%B6tungsdelikt" title="Tötungsdelikt">Tötungsdelikt</a>, dem gesellschaftlich ein besonderer <a href="Unwert" title="Unwert">Unwert</a> zugeschrieben wird. In der Regel unterscheiden historische und aktuelle Strafrechtssysteme zwischen einer einfachen oder minder <a href="Qualifikation_(Strafrecht)" title="Qualifikation (Strafrecht)">qualifizierten</a> vorsätzlichen Tötung und einer besonders <a href="Verwerflichkeit" title="Verwerflichkeit">verwerflichen</a> Form, nach deutschem Sprachgebrauch dem „Mord“.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Definition und systematische Stellung der in der Regel mit einem höheren Strafmaß sanktionierten zweiten Tötungsart variiert jedoch recht stark zwischen den verschiedenen Rechtssystemen.
</p><p>Die Häufigkeit von Morden sank in westlichen Ländern vom späten <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> bis zur Gegenwart von 20 bis 70 pro 100.000 Einwohner jährlich auf zirka einen Fall.<sup id="cite_ref-eisner2003_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-eisner2003-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seit Anfang der 1990er Jahre wird in den Statistiken auch in weiteren Regionen der Erde ein <a href="Kriminalit%C3%A4tsr%C3%BCckgang" title="Kriminalitätsrückgang">Kriminalitätsrückgang</a> beobachtet.<sup id="cite_ref-unodc_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-unodc-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Dogmatik">Dogmatik</h2></div>
<p>Aus Sicht der strafrechtsdogmatischen Systematik wird „Mord“ in unterschiedlichen Rechtsordnungen als <a href="Grundtatbestand" title="Grundtatbestand">Grundtatbestand</a>, <a href="Qualifikation_(Strafrecht)" title="Qualifikation (Strafrecht)">Qualifikation</a> oder eigenes Delikt <i><a href="Sui_generis" title="Sui generis">sui generis</a></i> angesehen. Hinsichtlich der Definition bezieht die Unterscheidung sich in den meisten Fällen entweder auf das „ethische Moment des Gesamtbilds der Tat“ oder auf das „psychologische Moment der Entschlussfassung“.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im letzteren Fall unterscheidet sich Mord von anderen Tötungsdelikten oft nur in der <i><a href="Mens_rea" title="Mens rea">mens rea</a></i>, dem subjektiven Tatbestand. Diese auf das <a href="R%C3%B6misches_Recht" title="Römisches Recht">römische Recht</a> zurückgehende Abgrenzung zwischen Affekts- und Vorbedachtstötung, die kennzeichnend für das psychologische Moment der Entschlussfassung ist, wird von Teilen der Literatur als „Weltrecht“ (<a href="Josef_Kohler" title="Josef Kohler">Kohler</a>) angesehen. Dies ist jedoch zweifelhaft,<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> da eine über alle Zeiten und Kulturen anerkannte Definition des Mordes nicht existiert. Im <a href="V%C3%B6lkerstrafrecht" title="Völkerstrafrecht">Völkerstrafrecht</a> wird Mord wegen der daraus resultierenden Abgrenzungsschwierigkeit zum Teil mit vorsätzlicher Tötung gleichgesetzt.
</p><p>Treffen die Tatbestände <a href="Raub" title="Raub">Raub</a> (zum Zwecke einer gewaltsamen Wegnahme) und Mord bei einer Tatausübung aufeinander, spricht man vom „Raubmord“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rechtsgeschichte">Rechtsgeschichte</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="T%C3%B6tungsdelikt#Rechtsgeschichte" title="Tötungsdelikt">Abschnitt Rechtsgeschichte im Artikel Tötungsdelikt</a></i></div>
<p>Die Unterscheidung zwischen Mord und anderen Tötungsdelikten wird in der Literatur auf die antike jüdische und griechische Rechtstradition zurückgeführt. Ein fundamentales Verbot zu morden ergibt sich aus der <a href="Sumer" title="Sumer">sumerischen</a> Ethik, siehe <a href="Codex_Ur-Nammu" title="Codex Ur-Nammu">Codex Ur-Nammu</a>. Ähnliche Verbote finden sich in den <a href="Zehn_Gebote" title="Zehn Gebote">zehn Geboten</a> der israelitischen Religion. Im mosaischen Recht wurde zwischen Mord und Totschlag differenziert.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In <a href="Drakon" title="Drakon">Drakons</a> Gesetzen zwingt der Mord, das heißt die Tötung mit Vorbedacht (<i>ek pronoia</i>) und Planung (<i>bouleusis</i>) nach Auffassung des Kieler Rechtshistorikers Richard Maschke zur Blutrache, der sich der Mörder nur durch Flucht entziehen konnte.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dagegen war zur Abgeltung des Totschlags die Zahlung eines <a href="Wergeld" title="Wergeld">Wergeldes</a> möglich.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als Voraussetzung für die Rache bzw. private Vollstreckung wurde schließlich ein zwingendes Gerichtsverfahren (<a href="Areopag" title="Areopag">Areopag</a>) erforderlich.
</p><p>Ausgehend vom römischen Recht, in dem das <i>homicidium praemeditatum</i> dem Mord am ehesten entspricht, wurde die
Unterscheidung von Affekt und Vorbedacht für die Abgrenzung zu anderen Tötungsdelikten in vielen Rechtskreisen kennzeichnend.
</p><p>Im deutschen Mittelalter galt Mord jedoch als die verheimlichte Tötung im Gegensatz zur Tötung im offenen Kampf Mann gegen Mann.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Heimlichkeit konnte auch in der Wahl der Waffen zum Ausdruck kommen, z.&nbsp;B. Dolch statt Schwert. Der Strafgrund soll damit zu tun gehabt haben, dass sich der Täter der Verantwortung (Blutrache) entziehen wollte. Dagegen gab es den „ehrlichen Totschlag“.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>An diese Rechtstradition wurde in der Zeit des Nationalsozialismus mit Einführung des Mordmerkmals der <a href="Heimt%C3%BCcke" title="Heimtücke">Heimtücke</a> in der Strafrechtsreform vom 4. September 1941 angeknüpft. Der „germanische“ ethische Begriff, der eine besonders verwerfliche oder besonders gefährliche Begehung voraussetzt, löste dabei den seit der <a href="Constitutio_Criminalis_Carolina" title="Constitutio Criminalis Carolina">Constitutio Criminalis Carolina</a> vorherrschenden römisch-rechtlich geprägten Mordbegriff ab, der auf Überlegung oder Vorbedacht, also psychologische Gesichtspunkte, abstellte. Der Begriff der Heimtücke blieb im deutschen <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dejure.org/gesetze/StGB/211.html">§&nbsp;211</a></span> StGB bis heute erhalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rechtsvergleichung">Rechtsvergleichung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Abgrenzung_zwischen_Mord_und_anderen_Tötungsdelikten"><span id="Abgrenzung_zwischen_Mord_und_anderen_T.C3.B6tungsdelikten"></span>Abgrenzung zwischen Mord und anderen Tötungsdelikten</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="T%C3%B6tungsdelikte#Rechtsvergleichende_Analyse" class="mw-redirect" title="Tötungsdelikte">Rechtsvergleichende Analyse im Artikel Tötungsdelikte</a></i></div>
<p>Als rechtlicher Begriff ist Mord je nach Rechtsordnung von ganz unterschiedlichen rechtsdogmatischen Ausprägungen und Voraussetzungen geprägt:
</p>
<ul><li><a href="Mord_(Deutschland)" title="Mord (Deutschland)">Mord (Deutschland)</a>, eine besonders verwerfliche Art der vorsätzlichen Tötung (<a href="Qualifikation_(Strafrecht)" title="Qualifikation (Strafrecht)">Qualifikation</a> zu <a href="Totschlag_(Deutschland)" title="Totschlag (Deutschland)">Totschlag</a> oder eigenständiger Tatbestand) im deutschen Strafrecht</li>
<li><a href="Mord_(England_und_Wales)" title="Mord (England und Wales)">Mord (England und Wales)</a>, ein durch das <a href="Common_Law" title="Common Law">Common Law</a> definierter Straftatbestand im Recht von England und Wales</li>
<li><a href="Mord_(%C3%96sterreich)" title="Mord (Österreich)">Mord (Österreich)</a>, den <a href="Grundtatbestand" title="Grundtatbestand">Grundtatbestand</a> der vorsätzlichen <a href="T%C3%B6tungsdelikte" class="mw-redirect" title="Tötungsdelikte">Tötungsdelikte</a> im österreichischen Strafrecht</li>
<li><a href="Mord_(Schweiz)" title="Mord (Schweiz)">Mord (Schweiz)</a>, eine Qualifikation der <a href="Vors%C3%A4tzliche_T%C3%B6tung_(Schweiz)" title="Vorsätzliche Tötung (Schweiz)">vorsätzlichen Tötung im schweizerischen Strafrecht</a></li>
<li><a href="Mord_(S%C3%BCdafrika)" title="Mord (Südafrika)">Mord (Südafrika)</a>, die vorsätzliche Tötung im <a href="Geschichte_des_modernen_s%C3%BCdafrikanischen_Rechts" title="Geschichte des modernen südafrikanischen Rechts">Recht Südafrikas</a></li>
<li><a href="Mord_(Vereinigte_Staaten)" title="Mord (Vereinigte Staaten)">Mord (Vereinigte Staaten)</a>, fasst die schwerwiegendsten Formen der Tötung zusammen und ist überwiegend in den Strafrechtsbestimmungen der <a href="Gliedstaat" title="Gliedstaat">Bundesstaaten</a> definiert; siehe auch <a href="Manslaughter_(Vereinigte_Staaten)" title="Manslaughter (Vereinigte Staaten)">Manslaughter (Vereinigte Staaten)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zweifelsfälle_bei_fremdkulturellen_Maßstäben"><span id="Zweifelsf.C3.A4lle_bei_fremdkulturellen_Ma.C3.9Fst.C3.A4ben"></span>Zweifelsfälle bei fremdkulturellen Maßstäben</h3></div>
<p>Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Wertungen, die mit der Unterscheidung von Mord und Totschlag in verschiedenen Kulturen verbunden sind, werden zum Teil in Fällen von <a href="Ehrenmord" title="Ehrenmord">Ehrenmord</a> thematisiert.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Völkerstrafrecht"><span id="V.C3.B6lkerstrafrecht"></span>Völkerstrafrecht</h2></div>
<p>Im <a href="V%C3%B6lkerstrafrecht" title="Völkerstrafrecht">Völkerstrafrecht</a> ist die Differenzierung zwischen Mord und vorsätzlicher Tötung umstritten. Oft wird die Differenzierung sogar aufgegeben, so zum Beispiel im <a href="Lager_%C4%8Celebi%C4%87i" title="Lager Čelebići">Čelebići-Fall</a> vor dem <a href="Internationaler_Strafgerichtshof_f%C3%BCr_das_ehemalige_Jugoslawien" title="Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien">Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien</a>, in dem <i>wilful killing</i> und <i>murder</i> in Bürgerkriegssituationen gleichgesetzt wurde.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Begriff <i>murder</i> aus der englischen Fassung des Artikels 7 Abs. 1 a) des <a href="R%C3%B6misches_Statut_des_Internationalen_Strafgerichtshofs" title="Römisches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs">Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs</a> wird in der amtlichen deutschen Übersetzung im <a href="Bundesgesetzblatt_(Deutschland)" title="Bundesgesetzblatt (Deutschland)">Bundesgesetzblatt</a> mit „vorsätzliche Tötung“ übersetzt.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rechtsphilosophie">Rechtsphilosophie</h2></div>
<p>In <a href="Friedrich_Kirchner_(Philosoph)" title="Friedrich Kirchner (Philosoph)">Friedrich Kirchners</a> Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe wird in Anlehnung an das römische Recht Mord als absichtliche und unbefugte Tötung eines Menschen definiert.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für den neuhegelianischen (und später nationalsozialistischen) Rechtsphilosophen <a href="Julius_Binder_(Philosoph)" title="Julius Binder (Philosoph)">Julius Binder</a> liegt die Unterscheidung zwischen Mord und einer staatlich angeordneten Hinrichtung darin, dass letztere „Rechtsbewährungshandlung“ sei, während sich der „besondere Wille“ des Mörders gegen den allgemeinen Willen des Gesetzes richte.
</p><p>Der Rechtsökonom <a href="Richard_Posner" title="Richard Posner">Richard Posner</a> ist der Auffassung, dass der Satz „Mord ist Unrecht“ („murder is wrong“) <a href="Tautologie_(Sprache)" title="Tautologie (Sprache)">tautologisch</a> sei, als mit der Aussage nur analytisch bestätigt würde, was im Begriff des Mordes (im Sinne von unrechtmäßiger Tötung) rein definitorisch als Wertung enthalten wäre.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am Beispiel von Mord und Bestechung (bribery) zeigt er, dass Straftatbestände zwischen den Kulturen sehr stark variieren. Daher sei eine Form des Relativismus angebracht und akademische Moralphilosophie nicht dazu geeignet, zu konkreten Aussagen zu kommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Langfristige_Trends">Langfristige Trends</h2></div>

<p>Seit Anfang der 2000er Jahre ist in der <a href="Kriminologie" title="Kriminologie">Kriminologie</a> bekannt, dass es in <a href="Europa" title="Europa">Europa</a> zumindest seit dem späten Mittelalter einen mehr oder weniger gleichmäßigen Rückgang der Häufigkeit von Morden gibt. <a href="University_of_Cambridge" title="University of Cambridge">Cambridge</a>-Professor <a href="Manuel_Eisner" title="Manuel Eisner">Manuel Eisner</a> veröffentlichte im Jahr 2003 eine entsprechende Studie.<sup id="cite_ref-eisner2003_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-eisner2003-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Diagramm basiert im Wesentlichen auf Eisners Zahlen. Darüber hinaus wurden von <a href="Our_World_in_Data" title="Our World in Data">Our World in Data</a> Ergänzungen und Fortschreibungen vorgenommen.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Werte sind pro 100.000 Einwohner pro Jahr angegeben („<a href="H%C3%A4ufigkeitszahl" title="Häufigkeitszahl">Häufigkeitszahl</a>“). Es zeigt sich eine drastische Abnahme der Mord-Raten vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Häufigkeit sank von 20 bis 70 pro 100.000 Einwohner und Jahr auf ungefähr einen Fall.
</p><p>Die statistische Erfassung von Morden wird in der Kriminologie verwendet, um über lange Zeiträume und über geografische Regionen hinweg (auch weltweit) Vergleiche anzustellen. Dabei wird außerdem Mord als Näherungswert (<a href="Proxy-Variable" title="Proxy-Variable">Proxy</a>) zur Abschätzung anderer Kriminalitätsbelastungen, insbesondere <a href="Gewaltkriminalit%C3%A4t" title="Gewaltkriminalität">Gewaltkriminalität</a> verwendet.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Solche vergleichenden Untersuchungen führten zur Entdeckung eines <a href="Kriminalit%C3%A4tsr%C3%BCckgang" title="Kriminalitätsrückgang">Kriminalitätsrückgangs</a> nicht nur in Europa, sondern auch in anderen Regionen der Erde.<sup id="cite_ref-unodc_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-unodc-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die langfristige Entwicklung hat Ähnlichkeit mit anderen Bereichen des gesellschaftlichen Fortschritts. So gab es beispielsweise seit der <a href="Aufkl%C3%A4rung" title="Aufklärung">Aufklärung</a> ebenfalls große Verbesserungen bei der <a href="Lebenserwartung" title="Lebenserwartung">Lebenserwartung</a>, <a href="Kindersterblichkeit" title="Kindersterblichkeit">Kindersterblichkeit</a> und <a href="Alphabetisierung_(Lesef%C3%A4higkeit)" title="Alphabetisierung (Lesefähigkeit)">Alphabetisierung</a> sowie auch <a href="Fortschritt#Weniger_Kriege_und_Kriegsopfer" title="Fortschritt">weniger Kriege</a>.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Formen">Formen</h2></div>
<ul><li><a href="Auftragsmord" title="Auftragsmord">Auftragsmord</a></li>
<li><a href="Blutrache" title="Blutrache">Blutrache</a></li>
<li><a href="Ehrenmord" title="Ehrenmord">Ehrenmord</a></li>
<li><a href="Fahrl%C3%A4ssige_T%C3%B6tung" title="Fahrlässige Tötung">Fahrlässige Tötung</a></li>
<li><a href="Fememord" title="Fememord">Fememord</a></li>
<li><a href="Hinrichtung" title="Hinrichtung">Hinrichtung</a></li>
<li><a href="Massenmord" title="Massenmord">Massenmord</a></li>
<li><a href="Meuchelmord" title="Meuchelmord">Meuchelmord</a></li>
<li><a href="Mord_ohne_Leiche" title="Mord ohne Leiche">Mord ohne Leiche</a></li>
<li><a href="Mordserie" title="Mordserie">Mordserie</a></li>
<li><a href="Politischer_Mord" title="Politischer Mord">Politischer Mord</a></li>
<li><a href="Tyrannenmord" title="Tyrannenmord">Tyrannenmord</a></li>
<li><a href="V%C3%B6lkermord" title="Völkermord">Völkermord</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Mord" class="extiw external" title="wikt:Mord">Wiktionary: Mord</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Murder?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Murder</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li>Uwe Murmann: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.hrr-strafrecht.de/hrr/archiv/14-11/index.php?sz=7">Zum Mordmerkmal der Heimtücke</a></li>
<li>Anette Grünewald: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.hrr-strafrecht.de/hrr/archiv/15-04/index.php?sz=6">Auf der Suche nach Mordmerkmalen</a></li>
<li>Max Roser, Hannah Ritchie: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://ourworldindata.org/homicides">Statistische Daten vieler Länder und interaktive Diagramme</a> von <a href="Our_World_in_Data" title="Our World in Data">Our World in Data</a> (englisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe die allgemeinen rechtshistorischen und rechtsvergleichenden Vorbemerkungen in Maurach-Schroeder-Maiwald: <i>Strafrecht, Besonderer Teil: Straftaten gegen Persönlichkeits- und Vermögenswerte.</i> Teil 1 von Strafrecht, Besonderer Teil, Aufl. 10, Verlag Hüthig Jehle Rehm, 2009, ISBN 978-3-8114-9613-2, S.&nbsp;31.</span>
</li>
<li id="cite_note-eisner2003-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-eisner2003_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-eisner2003_2-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Manuel_Eisner" title="Manuel Eisner">Manuel Eisner</a>: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Long-Term Historical Trends in Violent Crime</cite>. The University of Chicago, 2003 (englisch, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.vrc.crim.cam.ac.uk/system/files/documents/manuel-eisner-historical-trends-in-violence.pdf">Download; 1,09&nbsp;MB</a> [PDF]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Mord&amp;rft.au=Manuel+Eisner&amp;rft.btitle=Long-Term+Historical+Trends+in+Violent+Crime&amp;rft.date=2003&amp;rft.genre=book&amp;rft.pub=The+University+of+Chicago" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-unodc-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-unodc_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-unodc_3-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><span class="cite">United Nations Office on Drugs and Crime: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.unodc.org/unodc/en/data-and-analysis/global-study-on-homicide.html"><i>Global Study on Homicide, Executive Summary / Booklet 2.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 11.&nbsp;August 2018</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AMord&amp;rft.title=Global+Study+on+Homicide%2C+Executive+Summary+%2F+Booklet+2&amp;rft.description=Global+Study+on+Homicide%2C+Executive+Summary+%2F+Booklet+2&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.unodc.org%2Funodc%2Fen%2Fdata-and-analysis%2Fglobal-study-on-homicide.html&amp;rft.creator=United+Nations+Office+on+Drugs+and+Crime&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Maurach-Schroeder-Maiwald: <i>Strafrecht, Besonderer Teil: Straftaten gegen Persönlichkeits- und Vermögenswerte.</i> Teil 1 von Strafrecht, Besonderer Teil, Aufl. 10, Verlag Hüthig Jehle Rehm, 2009, ISBN 978-3-8114-9613-2, S.&nbsp;31.</span>
</li>
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